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Malteser Lourdes Wallfahrten

Pilgerfahrt nach Lourdes

Malteser Limburg, Mainz und Fulda

Anreisetag

Wie in jedem Jahr, so fand auch in diesem Jahr die Pilgerfahrt nach Lourdes statt. Am 31. Mai flogen wir nach Frankreich voller Erwartungen. Anreise und Flug verliefen erfreulicherweise problemlos. Trotz bewölkten Himmels war es warm genug.

Nach unser Ankunft fand unser erster Gottesdienst in der Rosenkranzbasilika statt.

Anschließend bezogen wir unsere Zimmer im Hospital und um 18.00 Uhr nahmen wir unser erstes Abendessen ein.

So gestärkt, aber immer noch von der Anreise erschöpft, bereiteten wir uns auf die Nacht vor.

1. Tag.   01.06.2018

Am Morgen sind wir voller Erwartungen bei schönen Wetter zum Gottesdienst an die Lourdes-Grotte gegangen. Über den wolkenfreien Himmel waren wir nach dem nächtlichen Gewitter besonders erfreut. Der Gottesdienst wurde von Weihbischof Bentz gehalten. Schwerpunkt seiner Predigt war die Allgegenwart Gottes in Lourdes und natürlich in der ganzen Welt.

Noch vor dem Mittagessen wurde das traditionelle Pilgerfoto vor der Rosenkranzbasilika aufgenommen. Natürlich saß ich mit meiner roten Mütze als repräsentativer Lourdesfahrer in der ersten Reihe.

Während ich meine Augen konzentriert auf die Kameralinse richtete, flüsterte mir die 96zig jährige Annie ins Ohr, dass sie einen neuen Witz wüsste, den sie mir sogleich erzählte. Es war derselbe Witz, den sie mir schon von Jahr zu Jahr erzählte. Gemerkt habe ich ihn mir trotzdem bis heute nicht. Nur wenn sie immer zum Erzählen des Witzes anhebt, fällt er mir augenblicklich wieder ein, als sähe ich eine alte Bekannte, die mir aus meinen Erinnerungen entwichen war.

Ins Hospital zurückgekehrt, besuchten uns die "Pferdchen", so nennen wir scherzhaft unsere fleißige Jugendgruppe, die die blauen Wagen jedes Jahr ziehen, wenn wir draußen unterwegs sind. In den blauen Wagen sitzen die Lourdes Teilnehmer, die aus eigener Kraft keine weiten Strecken mehr laufen können. Die Teilnehmer der Jugendgruppe erfreuten uns mit ihrem Gitarrenspiel, begleitet mit Trompeten, Trommeln und Gesang.

Am Nachmittag hielten wir uns auf der Prärie auf, wie wir die Wiese auf der anderen Flussseite nennen. Dort konnten wir die Sonne genießen, den Pfarrer unter vier Augen sprechen und von dem berühmten Lourdeswasser trinken.

Als es zu regnen begann, begaben wir uns in die unterirdische Basilika (Pius X. - Kirche). Dort genossen wir den Gesang des Malteserchores. Danach fand der erste Tag mit dem Abendessen seinen Abschluss. Dachte ich zumindest, denn auf den Flur tobte eine Party. Da konnte ich natürlich unmöglich schlafen und begab mich deshalb in dem Flur.

Die Musikband unserer Jugendgruppe hat sehr gut gespielt und besonders erfreut war ich darüber, dass einige meiner Lieblingssongs erklangen. Als zwischen einigen Hits " Von guten Mächten" gespielt wurde, konnte ich einfach nicht an mich halten und sang inbrünstig mit.

Da selbst die schönste Feier einmal ihr (offizielles) Ende hat, begab sich die Jugendgruppe zur Nachtruhe. Nur ein harter Kern führte die Feier inoffiziell im privaten Rahmen weiter, genoss ausgewählte Köstlichkeiten und machte die Nacht zum Tage. Mit gefühlten Zwanzig, gehörte ich natürlich dieser Feierrunde an und begeisterte sie mit lustigen Begebenheiten aus Frankfurt. Meine zauberhafte Verjüngung musste ich selbstverständlich besonders lange genießen und so kam es, dass ich mit der Letzte war, der zu Bett ging.

2. Tag      02.06. 2018

An diesem Samstagmorgen bin ich in aller Frühe mit schönen Erinnerungen an meinen lieben Freunden von gestern Nacht aufgewacht. Sofort wusste ich, dass es auch heute ein sehr guter Tag werden würde.

Nach der Morgentoilette begab ich mich in den Flur zum Kaffeetrinken. Frisches Kaffeearoma erfüllte den Raum. Es war so schön, dass ich es kaum glauben konnte. Das belebende Koffein ließ meinen noch morgensteifen Körper anspringen und hoch motiviert genoss ich das morgendliche Kaffeekränzchen mit meinen Nachbarn, die sich inzwischen dazu gesellt hatten.

Erst danach ging es zum "offiziellen" Frühstück. Leider regnete es stark. Dafür gab es zur "Entschädigung" heute mein geliebtes dunkles Brot. Juchu - ich mag dunkles Brot! So gestärkt ging es in die Bernadette-Kirche zur Messe mit Krankensalbung. Die Bernadette - Kirche ist meine Lieblingskirche für dieses ganz besondere Ereignis, welches auf wunderschöne Weise von unserem Weihbischof Bentz aus Mainz zelebriert wurde. Die musikalische Begleitung dazu kam, wie immer, von unseren jugendlichen Begleitern. Die Kinder Sophie und Emanuel übernahmen die Rolle der Messdiener und erfüllten ihre Aufgabe sehr gut. Das Sakrament der Krankensalbung in Lourdes ist für alle Teilnehmer immer ein besonderes Ereignis, von dem wir sehr lange zehren.

Nach dem Mittagessen begaben wir uns zur wohlverdienten Ruhe. Das Wetter wurde immer noch nicht besser. Der Versuch, den Kreuzweg auf der Terrasse zu beten, fiel dadurch buchstäblich ins Wasser. Deshalb wurde er in den Transitsaal in der fünften Etage verlegt. Zum Glück gibt es dahin einen Fahrstuhl...

Pfarrer May und Schwester Gabrielle lasen die 14 Kreuzweg - Stationen so gut vor, dass wir regelrecht ergriffen waren. Dann kam unsere Jugendgruppe und es wurde wieder gesungen.

Zum Glück hatte das Wetter Mitleid mit uns und lies den Regen pausieren. So gelangten wir trocken während der Sakramentsprozession in die unterirdische Pius X. - Kirche.

Am Abend hatte ich eine Wette abgeschlossen. Würde es regnen, ja oder nein? Ich sagte, dass es nicht regnen würde. Hintergrund war der Besuch der Lichterprozession um 21.00 Uhr. Viele glaubten, dass der Regen unsere Teilnahme unmöglich machen würde. Und siehe da, ich behielt Recht! Endlich, um 20.30 Uhr grünes Licht: Die letzten Regentropfen begleiteten uns auf dem Hinweg. Nachdem die erste Gruppe losgezogen war, nahmen wir gut und warm eingepackt Aufstellung. Am Vorabend des französischen Fronleichnamsfestes war die Lichterprozession besonders lang und feierlich. Erst 22.30 ging es zurück. Natürlich kamen wir nicht gleich zur Ruhe. Noch bis Mitternacht saß ich gemeinsam mit meinen Freunden der Nachtcrew im Flur zusammen. Wir beteten gemeinsam den Rosenkranz und fertigten Notizen für diesen Bericht an.

3. Tag   03.06.2018

Der letzte Tag war angebrochen und ich wollte auch ihn unbedingt genießen. Das gute Frühstück stärkte mich. Ich freute mich auf den ersten Gottesdienst des Tages in der "Garage", wie wir liebevoll die sehr große unterirdische Basilika nennen, in der mehrere tausend Personen Platz haben. "Garage" auch deshalb, weil sie ähnlich wie eine Tiefgarage graue, "naturbelassene" Wände hat. Sichtbeton wird das wohl in der Fachsprache genannt.

Am Gottesdienst nahmen ungefähr 3000 Pilger teil. Er war sehr beeindruckend, waren doch ungefähr 40 Bischöfe anwesend. Sie verteilten die Hostien und Weihbischof Bentz hielt die Predigt. Nach der Messe fuhren mich die "Pferdchen" zurück ins Hospital, wo es da letzte Mittagessen gab. Im Anschluss brach ich mit Ruben in Lourdes zu einer Shoppingtour auf. Ich kaufte einen Rosenkranz und einen Kanister für Lourdeswasser. Plötzlich überraschte uns ein starker Regenguss, der uns fluchtartig in ein Lokal am Gave de Pau (ein reißender Fluss, der sich durch Lourdes schlängelt).

Der heutige dritte Tag war der sogenannte "Badetag". Behinderte Pilger können an diesem Tag zu den "Bädern" gehen und in das kalte Wasser eintauchen.

Die Bäder befinden sich im heiligen Bezirk nur wenige Schritte von der Grotte entfernt. Gebadet wurde im Wannenraum, unterstützt durch zwei Helfer. Mit den anwesenden Pilgern wurden Gebete gesprochen. Die Badenden versprechen sich von dem Bad Linderung oder Heilung von ihren Leiden.

Ich persönlich kenne - mich mit eingeschlossen - trotz meiner mindestens 15 Wallfahrten zwar (noch) niemanden, der geheilt wurde oder eine erhebliche Linderung seines Leidens erfahren hätte.  Aber ich will ja noch viele male an den Lourdes-Wallfahrten teilnehmen, und dann vielleicht... Ein erquickendes Erlebnis ist es allemal.

Aber dieses Mal war es mir bei diesem verhältnismäßig kühlen Wetter einfach dafür zu kalt. So blieb ich auf der Prärie und sang gemeinsam mit der Jugendgruppe geistige und Volkslieder. (Vorausgreifend möchte ich sagen, dass es ein Glück war, dass ich dieses Mal nicht badete. Denn schon am nächsten Tag bekam ich einen Husten, der mich noch über 14 Tage quälen sollte.)

Gleich danach nahmen wir an einem weiteren Gottesdienst in der "Garage" teil. Auch dieses Mal beeindruckte mich die Menge der anwesenden Pilger, die vielen Bischöfe und Ansprachen sehr. Nach der Sakramentsprozession verabschiedeten wir uns am hinteren Altar von der Jugendgruppe, die sich so rührend um uns gesorgt hatte und mit ihren Lieder - trotz des nicht immer freundlichen Wetter - für gute Stimmung sorgten. Den Maltesern wurde durch Frau Penkhues ein besonderer Dank ausgesprochen.

So war es durch die Jugendgruppe auch für die nicht badeten Pilger ein schöner Tag. Natürlich fanden auch an diesem Tage mehrere erbauende Gottesdienste statt.

4. Tag     04.06.2018

Am Morgen des 4. Tages haben wir unsere Sachen gepackt und fuhren mit dem Bus zum Flughafen. Dort mussten wir drei Stunden auf das verspätete Flugzeug warten. Die Warterei hätte zur Qual werden können, aber unsere Jugendgruppe rettete uns durch Musik, Gesang und Tanz auch dieses Mal. So blieb die gute Stimmung bis zu Letzt erhalten.

Gemeinsamer Bericht von Maximilian Goess, Ruben, Johanna und Stephan Höhl

Frankfurt, 22.06.2018