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Malteser Lourdes Wallfahrten

Malteser und Lourdes

Betet, tut Buße, kommt in Prozessionen und wascht euch an der Quelle - so lautet der Auftrag der "Schönen Dame" an die 14-jährige Bernadette Soubirous im Jahr 1858.

Seither ist Lourdes das Ziel von Pilgern aus aller Welt geworden, die hier Trost, Stärkung im Glauben und Heilung an Körper und Seele suchen und finden. Sie pilgern an den Ort, von dem viele Menschen sagen, dass sich dort Himmel und Erde berühren.

Den Deutschen war der Weg nach Lourdes während des Nationalsozialismus verwehrt.

Nach Krieg und Zusammenbruch, nicht nur der äußeren sondern auch der inneren Werte und weitgehender Orientierungslosigkeit, war es 1948 Philipp Freiherr von Boeselager, der nach einem einschneidenden persönlichen Heilungs-Erlebnis dem deutschen Malteserorden den Weg nach Lourdes wies.

Der Dienst an den Kranken und die Verteidigung des Glaubens gehörten zur ursprünglichen Aufgabe jenes Ritterordens, der seine Wurzeln im Jerusalem der Kreuzzüge hat. Und so lautet auch heute noch der Ordensauftrag der Malteser: "Tuitio fidei et obsequium pauperum".

Das achtspitzige Malteserkreuz ist seit 1948 zu einem einprägsamen Erkennungszeichen während der ganzen Pilgersaison in Lourdes geworden: Herren und Damen in charakteristischer Kleidung als Begleiter und Betreuer von Kranken und hilfsbedürftigen Pilgern, die sich in der Zeit der Wallfahrt ehrenamtlich in den Dienst der Kranken stellen. Es sind Angehörige des Malteserordens und der Maltesereinrichtungen, Priester, Ärzte, Pflegekräfte - alle vereint in dem festen Willen, Menschen nach Lourdes zu bringen, die ohne Hilfe dem Auftrag der "Schönen Dame" aus Lourdes nicht nachkommen könnten.

Seit nunmehr über 50 Jahren befolgt der Malteserorden diesen Auftrag. Alleine in Deutschland starten jährlich 16 Pilgerzüge bzw. Pilgerflüge unter dem Malteserkreuz nach Lourdes mit ca. 600 Kranken und Behinderten, die von fast ebenso vielen Helfern, Pflegern, Ärzten und Priestern betreut werden. Dies tun sie in ihrer Urlaubszeit. Es sind viele, die wegen der Kranken den Weg zur Grotte finden.

Die Helfer werden die Kranken in ihren Rollstühlen und charakteristischen blauen Ziehwägen, die zum gewohnten Straßenbild in Lourdes gehören, zum Gebet an die Grotte begleiten, zu den Gottesdiensten und Prozessionen und sie werden ihnen beim Eintauchen in das Wasser der Quelle beistehen und ihre Pflege und Betreuung übernehmen. Sie werden auch mit ihnen lachen, feiern, ihnen zuhören und die Erfahrungen und Erlebnisse dieser gemeinsamen Tage miteinander genießen.

Erzählt man von Lourdes, so kommt sehr schnell die Frage nach einem erlebten, d.h. erzählbaren Wunder auf. Jeder, der einmal dem Ruf der Mutter Gottes von Lourdes gefolgt ist und im Geiste ihres Auftrages an dieser Pilgerfahrt teilgenommen hat, hat seine ganz persönliche Heilungsgeschichte erfahren, die nicht in der Wunderstatistik auftaucht.

Am Ende einer Pilgerreise kann man in den Augen aller Mitfahrenden, nicht nur der Kranken, neue Lebensfreude, Zuversicht, Vertrauen und unendliche Dankbarkeit aufleuchten sehen.

Viele Briefen berichten davon, dass dieses intime Erfahren, dass diese persönlichen Wunder weit in alle Lebensbereiche wirken, wie die Kreise in einem Wasser, in das ein Stein geworfen wurde.
Das ist das eigentliche Wunder von Lourdes.