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Malteser Lourdes Wallfahrten

Die Bäder im heiligen Bezirk

Wo sind die Bäder?

Vom Rosenkranzplatz aus überquert man zwei Brücken, um zu den Bädern zu gelangen. Seit 1958 befinden sie sich an der heutigen Stelle rechts der Grotte.

In dem Gebäude gibt es zehn Kabinen für Frauen und fünf für Männer, dazu jeweils eine Kabine für Kinder, die mit Vater oder  Mutter zum Bad kommen.

Was kann man sich unter den Bädern vorstellen?

Die Bäder und die Vorhalle sind ein Ort, an dem viel gebetet wird. Die Pilger bringen ihre Anliegen mit und beten miteinander und füreinander. Bei der 9. Erscheinung am 25.Februar 1858 beauftragte die " schöne Dame " Bernadette, tief in der Grotte nach einer Quelle zu graben. Bernadette legte die Quelle frei, aus der nach kurzer Zeit klares Wasser floss. Die Dame forderte auf, von dem Wasser zu trinken und sich damit zu waschen. Noch während der Erscheinungen kamen Menschen dieser Einladung nach.

Aus der Quelle fließt Gebirgswasser, das wenig Mineralien, aber recht viel Calcium enthält. Es hat eine Temperatur von 12°C. Das Wasser wird über leicht geneigte Röhren in zwei unterirdische Behälter mit insgesamt rund 300 m³ Fassungsvermögen geleitet. Von hier fließt das Wasser zu den Hähnen und den Bädern.

Die Bäder entstanden, damit auch Menschen in das Wasser eintauchen können, die dazu Hilfe benötigen.
In den Bädern läuft das Wasser in einem geschlossenen Kreislauf. Es wird ständig gefiltert, durch Ultraviolettstrahlen desinfiziert und immer auf einer Temperatur von 11-12° C gehalten. Damit werden die Anforderungen an Hygiene  und Sicherheit erfüllt. Überprüfungen erfolgen regelmäßig. In jeder Kabine steht eine Wanne aus Stein, die mit dem Wasser der Quelle gefüllt ist.

Was geschieht in den Bädern?

Man wird hereingebeten, erhält eine Umhang, um sich zu entkleiden, und wird von ehrenamtlichen Frauen bzw. Männern einzeln ins Wasser geleitet. Wer nicht laufen kann, wird getragen.
Man braucht nichts mitzubringen, alles Nötige ist vorhanden.

Das Bad im Wasser ist ein äußeres Zeichen für einen inneren Weg, einen Weg, auf dem sich der Einzelne auf Gott und seinen Nächsten hin öffnet. Einige Wunderheilungen sind im Zusammenhang mit den Bädern geschehen. Entscheidend dafür ist jedoch nicht das Wasser selbst, das keine besonderern chemischen Eigenschaften besitzt.

Bernadette hat gesagt: "ein Tropfen Wasser genügt". Es bleibt dem Einzelnen überlassen, ob er ganz eintauchen, nur durch das Wasser schreiten oder sich an den Hähnen mit Wasser benetzen möchte.
Als Schritt aus dem Glauben wird das Bad auch von den Helfern durch Gebete begleitet.

Welche Bedeutung hat das Bad?

Das Bad kann ein Schritt zu neuem Leben sein.

Bernadette hörte von Maria das Wort "Buße". Das bedeutet nicht "Abtötung". Gemeint ist seelische Reinigung, die Abkehr von falschen, nicht zielführenden Gewohnheiten. Es geht darum, Ziel und Richtung umzustellen. Gott lädt uns ein, vor ihm unsere Verwundungen, Zerbrechlichkeit und Leiden zu erkennen.
So öffnet sich die Möglichkeit, zum Licht zurück zu finden, sich zu wandeln und in der Seele gesund zu werden

Das Wasser ist Zeichen des Geschenks, das Gott uns kostenlos macht: das Geschenk der Verzeihung und Versöhnung, der Reinigung… Schritt auf ein erneuertes Leben zu. Baden bedeutet mit einem Wort, die eigenen Fehler zu überwinden, und sich neu auf den Weg machen.