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Malteser Lourdes Wallfahrten

Mit Maria unterwegs

Lourdes berührt. So oder so.

Ob man diese Art der Marienverehrung nun schätzt oder eher eine nüchterne Beziehung zur Gottesmutter pflegt - die tiefe Frömmigkeit der Beter, das geduldige Hoffen der Kranken und das stille Tun der Helfer beeindrucken und machen demütig. Im

Folgenden seien einige Eindrücke von der Lourdes-Krankenwallfahrt der Malteser in der Diözese Hildesheim vom 17. bis 21. September des vergangenen Jahres geschildert.

"Jubilate deo, omnes gentes!"

Wer würde nicht gerne jeden Morgen so geweckt werden. Mit leiser, aber klarer Stimme zieht der sechsköpfige Chor von Zimmer zu Zimmer, um die 29 Kranken und deren Begleiter sanft in den Tag hinein zu singen. Es ist 7 Uhr am Morgen und bis zum Frühstück bleibt noch eine halbe Stunde, um die Kranken zu waschen und anzuziehen. Aus den jungen Sängerinnen und Sängern und den anderen Helfern werden nun im Nu hilfreiche Geister, die den Ihnen Anvertrauten zu Sauberkeit und Kleidung verhelfen und sie an ihren Platz im geräumigen Speisesaal mit Blick auf den Heiligen Bezirk begleiten, um sie dort zu bedienen: Ein neuer Tag hat begonnen im Accueil Notre Dame von Lourdes, wo die Kranken der Hildesheimer Malteser auch in diesem Jahr wieder Quartier bezogen haben.

Die meisten der 30 Teammitglieder sind zu diesem Zeitpunkt schon lange auf den Beinen und haben sogar schon einen kleinen Spaziergang hinter sich gebracht: Im Hotel St. Rose in der Innenstadt von Lourdes, wo das Team übernachtet, stand das Frühstück ab 6 Uhr bereit. Von dort sind es einige hundert Meter quer durch den Heiligen Bezirk von Lourdes, um zum Accueil Notre Dame zu kommen. Dort stimmt Pater Dr. Joseph Geelen, Magistralkaplan des Malteserordens und treuer Begleiter und Seelsorger der Hildesheimer Malteserwallfahrt, das Team kurz vor dem Wecken der Kranken mit einem kleinen Impuls auf den Tag ein. Die Wallfahrt 2015 steht unter dem Thema "Lourdes - die Freude der Mission" und Pater Geelen gelingt es in seiner freundlichen, aber bestimmten Art, diesem Motto jeden Tag einen neuen Aspekt abzugewinnen.

Regelmäßig pilgern die Malteser in der Diözese Hildesheim mit Kranken und Beeinträchtigten nach Lourdes

Kein Tag ist wie der andere.
Tatsächlich ist kein Tag wie der andere, wenn die Malteser mit ihren Kranken nach Südfrankreich fahren. Gottesdienst an der Grotte, Kreuzwegandacht, Sakramentsprozession - es gibt viele Möglichkeiten, sich dem unfassbaren Geschehen an der Grotte von Massabielle, wo die Jungfrau Maria dem Mädchen Bernadette Soubirous im Jahre 1858 achtzehnmal erschienen ist, geistlich zu nähern. Besonders eindrucksvoll verlaufen die abendlichen Lichterprozessionen, wo das Lob der Gottesmutter von Tausenden von Gläubigen gesungen wird und ebenso viele Handkerzen mit Windschutz die Nacht in ein sanftes Licht tauchen. Natürlich dürfen das Bad im Wasser der Lourdesquelle und der internationale Gottesdienst in der unterirdischen Basilika Pius X. nicht fehlen.

Zu den Höhepunkten einer jeden Malteser-Lourdeswallfahrt gehört der Ausflug nach Saint Savin in den Pyrenäen, wo die Gruppe in der ehemaligen Klosterkirche einen Gottesdienst feiert und danach unter freiem Himmel, mit Blick über die Berge, ein Picknick einnimmt. Es wird viel gelacht an diesem sonnigen Nachmittag und auch beim Ausflug zur Burg von Lourdes, die sich einige Kranke und Teammitglieder am nächsten Tag gönnen, ist viel Lebensfreude zu spüren. Die Aura von Lourdes wirkt auch außerhalb des Heiligen Bezirkes und beweist, dass sich Frömmigkeit und Freude keineswegs ausschließen - ganz im Gegenteil.

Wie immer ist die Lourdeswallfahrt bestens organisiert.
Wie immer ist auch die Lourdeswallfahrt 2015 bestens durchorganisiert, jedes Detail von Diözesanoberin Marie-Rose Freifrau von Boeselager vorherbedacht. In einem kleinen Heft mit wichtigen Informationen und Anweisungen sind auch die Aufgaben beschrieben: Dr. Renate Gräfin von Keller und Dr. Manfred Schneider sind als Ärzte dabei, Hildegunde Koch hält nachts im Accueil Wache. Die restlichen Teammitglieder haben sich um einen oder zwei Patienten zu kümmern und deren Schlafräume sauber zu halten, außerdem gibt es Sonderdienste für Küche, Musik, Gepäck und Finanzen. Viele sind schon mehrfach dabei gewesen und wissen, dass die Waschräume mit gelben, die Toiletten mit roten und Bett und Nachttisch mit blauen Putzlappen zu reinigen sind. Den neuen Mitfahrern steht ein erfahrener Pate zur Seite.

Alle Teammitglieder ziehen an einem Strang.
Die ganze Gruppe steht unter dem fürsorglichen Regiment von Hubertus Freiherr Roeder von Diersburg und Marie-Rose Freifrau von Boeselager. Es gelten klare Regeln, Unpünktlichkeit wird nicht gerne gesehen und Verstöße gegen die Kleiderordnung gerügt. Doch schnell ist auch dem Team-Neuling klar, dass diese Regeln Sicherheit geben und den Kopf frei machen für die Kranken. Denn um die geht es letztlich bei einer solchen Wallfahrt. Um den "Herren Kranken" - wie die Malteser ihre Anempfohlenen nennen - so gut wie möglich dienen zu können, müssen alle Teammitglieder an einem Strang ziehen, unabhängig von Alter oder Stand. Und letztlich macht es auch stolz, bei den Prozessionen in einer disziplinierten Zweierreihe der Malteserfahne zu folgen, zum Lob der Gottesmutter, zum Wohle der Kranken und zur Ehre des Ordens.

Diese Tage schweißen zusammen, das Team untereinander und auch die Kranken mit ihren Betreuern. Am Ende bleibt eine Dankbarkeit, die man spüren kann. Dankbarkeit für die eigene Gesundheit oder Dankbarkeit, Trost im Leiden gefunden zu haben. Dankbarkeit auch dafür, dass uns Christen ein so wunderbarer Ort der Gotteserfahrung geschenkt ist. Lourdes berührt eben. So oder so.

Lourdes-Wallfahrt 2016

Die Lourdes-Wallfahrten der Malteser haben eine lange Tradition.

Sie wurden von Malteser Philipp Freiherr von Boeselager begründet, der 1948 einen ehemaligen Kriegskameraden und dessen todkranke Nichte nach Lourdes begleitete und dort erlebte, wie das Mädchen geheilt wurde.

In der Folge baute Philipp von Boeselager die Lourdes-Wallfahrten der Malteser auf, denen sich im Laufe der Jahre immer mehr Diözesen anschlossen.

Seit 1999 sind auch die Hildesheimer dabei. Ihre 18. Pilgerreise mit Kranken führt vom 26. bis 30 Mai 2016 nach Lourdes. Sie steht unter dem Motto "Barmherzig wie der Vater".

Information und Anmeldung

Marie-Rose Freifrau von Boeselager
Wallstraße 3
31832 Springe-Eldagsen
05044 4946
boeselager.eldagsen(at)t-online(dot)de