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Malteser Lourdes Wallfahrten

Kranke beschenken uns

Wallfahrt nach Lourdes 2013

Über Pfingsten hatte ich die Möglichkeit, als Helferin eine Kranken- und Behindertenwallfahrt der Malteser nach Lourdes zu begleiten.  Die Tage in dem französischen Marienwallfahrtsort waren geprägt vom Dienst an den Kranken aber auch von der Begegnung mit Gott und der heiligen Maria.

Besonders ergreifend war für mich die Messe am Dienstag nach Pfingsten in St. Joseph im Heiligen Bezirk, wo die Kranken die Möglichkeit hatten, das Sakrament der Krankensalbung zu empfangen. Während  der Tage hatte ich mich vor allem um eine ältere Dame im Rollstuhl gekümmert, die mich nun bat, während der Krankensalbung bei ihr zu sein und ihr  beizustehen. Das war für mich persönlich ein sehr emotionaler Moment, in dem mir diese Frau, die ich vorher nicht gekannt hatte, ausdrückte, wie wichtig für sie meine doch unprofessionelle Fürsorge war.

Die Kranken haben mich wahnsinnig beeindruckt, etwa die Dame, um die ich mich kümmerte. Seit ihrer Jugend sitzt sie wegen Multipler Sklerose im Rollstuhl und kann heute nur noch ihren Kopf bewegen. Eine so humorvolle und bei sowohl den Kranken, als auch bei den Maltesern hoch geachtete Frau, habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Sie ist der Beweis, dass jedes Leben lebenswert ist!

Auch die Stille während der Sakramentsprozession in der unterirdischen Basilika, wenn tausende Menschen aus aller Welt ins Gebet vor dem Allerheiligsten versinken oder das gemeinsame Rosenkranzgebet  während der Lichterprozession auf dem Vorplatz der Rosenkranzbasilika, das sind Eindrücke, die mich so schnell nicht mehr los lassen werden.

Natürlich war es auch eine sehr anstrengende Zeit für die ausschließlich ehrenamtlichen Helfer, da die Kranken komplett versorgt werden mussten. Essen zu kochen, die Kranken zu pflegen, ihnen das Essen zu reichen, Rollstühle zu schieben und einfach für sie da zu sein, das machte diese Tage aus. Aber  wie es der geistliche Begleiter der Gruppe am Ende treffend ausdrückte: Nicht wir haben die Kranken beschenkt, sondern die Kranken haben uns beschenkt, mit ihrer Lebensfreude und mit ihrem Glauben!

Clara W., Köln